Probeartikel

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Schokolade – zart und bitter

Jungscharstunde zum fairen Naschen

Zielgruppe:

Dauer:

Gruppengröße:

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

So zart Schokolade auf der Zunge zergeht, so bitter ist es, davon zu erfahren, wie Menschen für unseren süßen Genuss auf Kakao- Plantagen ausgebeutet werden. Keinem von uns käme in den Sinn, Sklaven für uns arbeiten zu lassen. Und doch wird den Kakao-Bauern und Plantagenarbeitern in Afrika und Lateinamerika ein Spottpreis für den Rohstoff Kakao bezahlt. Davon können sie kaum leben, geschweige denn Schulgeld für Kinder oder Medikamente bezahlen, wenn jemand krank wird. Aber es gibt auch Schokolade, die bei den Arbeitern im Kakao- Anbau keinen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Dieser Gruppenstundenentwurf soll nicht die Lust auf Schokolade verderben, sondern Appetit auf solche aus „Fairem Handel“ machen. Denn: „Fair feels good.“

Kleiner Tipp: Für die Spiele immer noch eine extra Tafel Schokolade dabei haben, damit am Ende alle Kinder ein Stück bekommen, auch die, die nicht so viel Glück hatten. Bitte achtet darauf, dass ihr wirklich fair gehandelte Schokolade bei eurer Jungscharstunde (und am besten auch sonst) verwendet. Übrigens findet ihr auf der Innenseite des Schokoladepapiers von GEPA viele interessante Infos zur Schokolade. Über diesen Stundenentwurf hinaus gibt es noch viele weitere Aktionen rund um das Thema Schokolade:

Aktionsvorschläge:

  • www.schoko-seite.de
  • Besuch in einem Schokoladenmuseum in eurer Nähe (z. B. bei Ritter Sport in Waldenbuch – freier Eintritt für Kinder und Schulklassen)
  • Früchte mit flüssiger Schokolade überziehen.
  • Schokolade selber machen. Schokolade kaufen kann jeder. Aber selber machen? Probiere es doch mal! Anleitung auf der Internetseite von zzzebra:

Erlebniswelt für Kinder

Schokolade mag (fast) jedes Kind. Die Kids (und wir?) wissen aber meist nur wenig darüber, wie diese entsteht. Wie es Kindern in der Elfenbeinküste geht, die selbst auf Kakao-Farmen arbeiten müssen, kann sich hier kaum ein Kind vorstellen. Toll ist es natürlich, mal eine Kakao-Schote selbst in den Händen zu halten. Manche Weltläden (z. B. in Schorndorf) verleihen einen Kakao-Koffer, in dem sich eine Kakao-Schote findet.

Einstieg

Auf einem großen Papierbogen werden die Buchstaben des Wortes „Schokolade“ untereinander geschrieben. Dann sollen die Jungschar-Kids auf Zuruf oder mit Stiften Wörter ergänzen, die ihnen beim Thema Schokolade einfallen und mit diesen Buchstaben beginnen:
S tück
C reme
H aselnuss
O…

Andachtsimpuls

Diesen Impuls erst nach dem Schoko-Quiz geben: Alle Kinder bekommt etwas Schokolade. Aber du verteilst Schokostücke unterschiedlicher Größe. Es gibt garantiert Protest: „Das ist unfair… Das ist ungerecht…“ Ist es auch.
Gott liebt es, wenn es gerecht zugeht.

Amos 5, 24
„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

Stellt euch mal einen Bach vor. Da steht man, und kann das Wasser beobachten. Es kommt immer und immer wieder neues Wasser nach. Wenn man das ganze Wasser in Eimer abfüllen wollte, wie viele Eimer könnte man da füllen? Das hört ja gar nie auf. (Falls in der Nähe ein Bach fliest, könnt ihr die Andacht auch dort machen.)
So wünscht sich Gott, dass es bei uns mit der Gerechtigkeit gar nie aufhört. Er ist entsetzt, wenn wir andere benachteiligen. Und Gott freut sich daran, wenn wir andere gerecht behandeln. Wir können in Deutschland Schokolade kaufen, aber es gibt viele Kinder, die noch nie in ihrem Leben Schokolade probiert haben. Dazu gehören auch Kinder, deren Eltern auf Kakao-Plantagen arbeiten. Das Geld, das sie dort verdienen, reicht auch nicht, um Schulgeld oder Medikamente zu bezahlen. Das ist nicht recht. Menschen, die arbeiten, sollen dafür gerecht bezahlt werden. Das ist Gott wichtig.
Wenn wir Schokolade aus fairem Handel kaufen und essen, verdienen die Kakao-Bauern genug, um auch für ihre Familien zu sorgen. Dazu Faire Schokolade, mit dem Fair Trade Siegel zeigen und möglichst auch probieren lassen.

Liedvorschläge

(alle aus dem „Liederbuch für die Jugend“)

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, Nr. 620
Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen, Nr. 153
In Christus ist nicht Ost noch West, Nr. 397

Spielvorschläge

1. Schokospiel:

Bevor die Kids kommen, wickelt ihr die Schokoladentafel wie ein Geschenk erst in Zeitungs- dann in Geschenkpapier ein. Ein schönes, dickes Paket wird mit Tesafilm und Schnur fixiert. Je nach Alter der Kinder mehr oder weniger fest verschnüren. Dann würfeln die Kinder der Reihe nach. Wer die 6 würfelt, muss ganz schnell Schal, Handschuhe und Mütze anziehen und darf dann versuchen, mit Messer & Gabel das Paket zu öffnen. Das lustige daran ist, dass sehr schnell weitergewürfelt wird, und so bei jeder „6“ Mütze und Co getauscht werden, und die Kinder oft nur wenige Sekunden Zeit haben, um die Schokolade auszupacken. Kleiner Tipp: Immer noch eine extra Tafel Schokolade dabei haben, damit am Ende alle Kinder ein Stück bekommen, auch die die nicht so viel Glück beim Würfeln hatten.

2. Schokolade-Memory:

Ihr kauft verschiedene Sorten von fairer Schokolade (es gibt eine große Auswahl) und legt immer zwei (drei oder gar vier) davon (evtl. auch nur ein Stück des Schokoladepapiers) auf einem Tisch aus. Darüber stellt ihr dann je eine Tasse (nicht durchsichtig). Nun beginnt mit den ganz normalen Memory-Regeln, wer zuerst die zwei (drei oder vier) zusammengehörigen erkennt, hat gewonnen. Schokoladestück als Preis.

Geschichte

„Hallo, ich bin Maria, zwölf Jahre alt und komme aus Bolivien. Mein Vater ist Kakao-Bauer, und ich möchte euch etwas über unser Leben erzählen.

Unsere Familie, also meine Eltern, meine drei Geschwister und ich, leben vom Kakao-Anbau. Wir Kinder müssen natürlich manchmal mitarbeiten. In der Erntezeit helfen wir beim Aufspalten der Früchte und beim Fermentieren und Trocknen der Bohnen. Zum Glück können wir auch eine Schule besuchen. Viele Kinder von Kakao-Bauern haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen, weil ihre Eltern zu wenig verdienen. Wir haben mehr Glück, denn mein Vater ist Mitglied in der Kooperative EL CEIBO, in der sich 800 Kleinbauern zusammengeschlossen haben. Mein Vater sagt oft, wie froh er ist, bei EL CEIBO zu sein, nicht nur, weil er für seinen Kakao einen fairen Preis erhält. Die Berater der Kooperative haben ihm zum Beispiel gezeigt, wie man Bio-Kakao anbaut. Das ist viel gesünder, weil er die Pflanzen nicht mit chemischen Mitteln spritzen muss. Außerdem bekommt er für sein wertvolles Bio-Produkt mehr Geld als für anderen Kakao. Auch meine Mutter hat bei EL CEIBO schon viel gelernt, z. B. über Landwirtschaft und Verwaltung. Wenn du Produkte, die mit EL CEIBO-Kakao hergestellt wurden, einmal probieren möchtest, dann hast du Glück. Du kannst sie auch in Deutschland kaufen.“

Quelle: www.schoko-seite.de

Schokolade-Quiz

Siehe Bausteine: S. 19

Werbe-Aktion

Teilt die Gruppe in Interessensgruppen auf:

  • Für eure Lieblingszeitschrift wollt ihr eine Werbe-Anzeige für Schokolade aus fairem Handel gestalten. Papier, Schere, Buntstifte, Zeitschriften, Klebstoff bereitstellen.
  • Der Schokoladenhersteller XY will auf faire Schokolade umstellen. Er hat euch als Grafikagentur beauftragt, der fairen Tafel ein attraktives Outfit zu geben.
  • Im Werbespot im Kino und Fernsehen: Ihr entwickelt einen witzigen Spot (evtl. Verkleidungsmaterial bereitstellen).

Anschließend wird präsentiert und prämiert.

Sabine Österreicher und Markus Häfele

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