Jungschar - Jungscharleiter

Praktische Ideen für die Jungschar

Special
ChurchNight für Kinder

Zeitreise zu Martin Luther ins Mittelalter

Idee

ChurchNight ist eine Kampagne des ejw, die den Reformationstag am 31. Oktober wieder neu ins Bewusstsein rufen will. Es geht darum, die Errungenschaft der Reformation neu zu entdecken und zu feiern. Dass viele Kinder mit dem 31. Oktober in erster Linie Halloween verbinden, ist ein Grund mehr, auch für Kinder eine ChurchNight anzubieten. Die Errungenschaften der Reformation sind eng mit dem Leben von Martin Luther verbunden. Auf einer Zeitreise ins Mittelalter durch das Leben Martin Luthers gibt es für Kinder viel Spannendes zu erleben und zu entdecken.

Botschaft

Die reformatorische Botschaft ist heute so aktuell wie vor fast 500 Jahren. Sie kann immer wieder neu entdeckt und erfahren werden: Allein aus Gottes Gnade werden wir von Gott angenommen, unabhängig von unseren Werken und unabhängig von unserer Person. Diese Botschaft soll Zentrum der Church- Night sein. Für Kinder verständlich kann man sie so formulieren: Gott hat dich lieb – so, wie du bist!

Grundsätzliches

Der folgende Entwurf wurde für Grundschulkinder entwickelt und mit ihnen erfolgreich durchgeführt. Da die Kinder schreiben können sollten, ist er für jüngere Kinder nicht sehr geeignet. Ältere Kinder könnten sich an manchen Stationen unterfordert fühlen. Es lohnt sich, zu einer ChurchNight nicht nur die Kinder aus unterschiedlichen Jungschargruppen einzuladen, sondern auch über andere Wege Werbung zu machen (z. B. Schulen). Auch eine Kooperation mit der Kinderkirche kann sehr lohnenswert sein. Diese ChurchNight-Idee ist sehr mitarbeiter-intensiv in der Durchführung. Für die Vorbereitung genügt allerdings ein Team von vier bis sechs Personen, die den Ablauf vorbereiten, das Material besorgen und die Mitarbeiter einweisen. Einige Stationen haben einen stärkeren inhaltlichen Schwerpunkt. Bei ihnen ist es wichtig, geeignete Mitarbeiter zu wählen, die sich eventuell auch inhaltlich vorbereiten müssen. Dieser Entwurf hat bewusst die Kirche mit allen ihren versteckten Orten als Veranstaltungsort gewählt. Lohnenswert ist es, möglichst wenig elektrische Beleuchtung einzusetzen und stattdessen viele Kerzen zu verwenden. So entsteht für die Kinder eine spannende und „mittelalterliche“ Atmosphäre.

Ablauf

Bevor man mit dem Stationen-Lauf beginnt, sollten die Kinder zum Thema hingeführt werden. Dies kann in einem Gespräch über den Reformationstag geschehen. Damit die Kinder die einzelnen Stationen später besser einordnen und verstehenkönnen, ist es gut, wenn sie davor schon etwas über die Eckdaten von Martin Luthers Leben erfahren. Dafür eignen sich ein Anspiel oder ein Schattenspiel. Anschließend werden die Kinder zu einer Zeitreise ins Mittelalter zu Martin Luther eingeladen. Sie werden in Gruppen mit fünf bis zehn Kindern eingeteilt. Jede Gruppe wird von einem Mitarbeiter begleitet, der über den Ablauf und die einzelnen Stationen Bescheid weiß. Auf einem Laufzettel sind die Stationen mit Ortsangaben in der Reihenfolge abgedruckt, in der die jeweilige Gruppe sie absolviert. Die Gruppen beginnen an unterschiedlichen Stationen und absolvieren sie in der vorgegebenen Reihenfolge (Gruppe A: A-B-C-D-E-F-G-H; Gruppe C: C-D-E-F-G-H-A-B usw.). Bei Station B sollte keine Gruppe beginnen, da diese thematisch nach Station A kommen sollte. Ansonsten ist die Reihenfolge der Stationen egal, da sich die Kinder auf einer Zeitreise befinden, die nicht chronologisch ist. Jede Station wird von einem Mitarbeiter betreut, der die Kinder einweist.

Station A (Sakristei)

Thema: Nicht verstehen

Der Raum ist mit Altar und Bänken als Kirchenraum hergerichtet. Die Kinder werden von einem als katholischen Priester verkleideten Mitarbeiter empfangen. Er begrüßt sie zum Gottesdienst, bedeutet ihnen, sich zu setzen und beginnt, auf Lateinisch eine „Messe zu zelebrieren“, so dass die Kinder nichts verstehen. Immer wieder werden sie mit Handzeichen angewiesen, aufzustehen oder zu knien, aber sie können nichts verstehen. Am Ende werden die Kinder weitergeschickt mit dem Hinweis, der Gottesdienst sei nun vorbei.

Station B (im Kirchenraum)

Thema: Bibel übersetzen

Nachdem die Kinder erlebt haben, wie es ist, wenn man den Gottesdienst und die Bibel nicht verstehen kann, sollen sie nun wie Martin Luther die Bibel übersetzen. Als Anschauungsmaterial ist es schön, wenn sie zunächst eine hebräische und/oder griechische Bibel anschauen können. Diese Bibel kann auch durch ein Gitter abgetrennt sein, um zu veranschaulichen, dass sie unerreichbar ist. Die Kinder bekommen nun einen Satz in einer Geheimschrift (z. B. PC-Schrift Wingdings) und ein Alphabet in dieser Geheimschrift. Damit können sie den Satz übersetzen. Lösung: „Gott hat dich lieb – so, wie du bist“.

Station C (Kirchturm)

Thema: Reformatorische Erkenntnis (Turmerlebnis)

Die Kinder dürfen auf den Kirchturm steigen und treffen dort Martin Luther, der über seine Bibel gebeugt ist. Er erzählt den Kindern, dass er eine wunderbare Entdeckung in der Bibel gemacht hat: In der Bibel steht: „Gott hat dich lieb – so, wie du bist“. Er fordert die Kinder auf, sich diese wichtige Entdeckung aufzuschreiben und gibt ihnen als Vorlage ein Pergament, auf dem der Satz steht. Die Kinder dürfen sich mit Feder und Tinte diesen Satz auf Pergamentpapier abschreiben. (Je nach den Platzverhältnissen auf dem Turm steigen die Kinder erst runter vom Turm und schreiben dann den Satz ab.)

Station D (Kirchenkeller)

Thema: Was gab es im Mittelalter?

In einer Schatztruhe sind alte Gegenstände, die es auch schon im Mittelalter gab. Die Kinder sollen sich die Gegenstände merken. Dann wird die Truhe geschlossen und die Kinder zählen auf, welche Gegenstände aus der Truhe sie noch wissen. Manche Gegenstände kennen sie nicht. Gemeinsam wird überlegt und gezeigt, was damit gemacht wurde.

Station E (Kirchentür)

Thema: Foto mit Ehepaar Luther

An dieser Station können sich die Kinder mit Martin Luther und Katharina Luther fotografieren lassen. Wenn technisch möglich, können die Bilder gleich ausgedruckt werden, ansonsten bekommen die Kinder einen Infozettel, dass sie die Bilder in der nächsten Jungschar oder Kinderkirche abholen können.

Station F (Wiese)

Thema: Katharina Luther

An dieser Station treffen die Kinder Katharina Luther. Sie hat ein Lagerfeuer, auf dem sie Tee kocht. Alle Kinder bekommen von ihr Tee und Kekse, und Katharina erzählt aus ihrem Leben (Flucht aus dem Kloster, Alltag mit Martin Luther, großer Haushalt, Familie usw.).

Station G (Gelände)

Thema: Martin Luther ist verschwunden

An dieser Station sollen die Kinder rauskriegen, wo Martin Luther ist. Nachdem Martin Luther Kaiser und Papst widersprochen hat, muss er sich verstecken und keiner weiß, wo er ist. Auf dem Gelände um Kirche und Gemeindehaus sind Kärtchen aufgehängt. Auf der einen Seite steht jeweils eine Zahl,auf der anderen Seite ein Buchstabe. Wenn man die Buchstaben in die Reihenfolge der Zahlen bringt, ergibt sich die Lösung: „Auf der Wartburg“. Die Gruppe bekommt zur Hilfe einen Lösungszettel, auf dem sie die Buchstaben eintragen kann. Die Kärtchen müssen für die nachfolgenden Gruppen hängengelassen werden. Weil es schon dunkel ist, bekommen die Kinder Lampen (Windlichter) für die Suche.

Station H (vor Kirchentür)

Thema: Thesenanschlag

An dieser Station dürfen die Kinder ihre Thesen aufschreiben: Sie sollen mitteilen, was ihnen an der Kirche nicht gefällt, oder was ihnen besonders gut gefällt. Danach dürfen sie die Zettel mit Nägeln und Hammer an eine Holztüre schlagen. Die Tür soll später in der Kirche ausgestellt werden. Abschluss Zum Schluss treffen sich die Gruppen gemeinsam im Chorraum der Kirche. Dort kann gesungen werden, bis alle Kinder da sind. Die Kinder dürfen erzählen, was sie auf ihrer Zeitreise erlebt und über Martin Luther erfahren haben. Wenn es schon ausgedruckte Fotos gibt, können die Fotos gezeigt und verteilt werden, die Thesen werden vorgelesen und besprochen, die Kinder dürfen ihre Ergebnisse zeigen. Den Abschluss bildet ein kindgerechter Segen (Segenslied oder Segensvers mit Bewegungen).

Renate Schwarz

  Personen: Material:
A Priester Verkleidung
Priester, Altar, Bänke
B Mitarbeiter zum
Erklären und Anleiten
Griechische oder
hebräische Bibel, evtl.
Gitter und Schloss,
Satz in Geheimschrift,
Papier, Stifte,
Geheimschrift-Code
C Martin Luther, ggf.
weiterer Mitarbeiter
zum Erklären und
Anleiten
Verkleidung Luther
(Talar), große Bibel,
Federn, Tinte, Pergamentpapier,
Vorlage
zum Abschreiben,
ggf. Tisch und
Wachstuchdecke
D Mitarbeiter zum Erklären
und Anleiten,
je nach Gruselfaktor
des Kellers ggf. noch
zweiten Mitarbeiter
zur Unterstützung
Alte Truhe, alte Gegenstände
(bei Großeltern
und älteren
Gemeindegliedern
nachfragen)
E Martin Luther, Katharina
Luther, Fotograf
Verkleidung Luther
und Frau, Fotoapparat,
Drucker/
Fotopapier oder
Infozettel, evtl.
Requisiten für das
Foto
F Katharina Luther,
ggf. weitere Person
zur logistischen
Unterstützung
Verkleidung Katharina
Luther, Tee, Kekse,
Lagerfeuer, Becher
G Evtl. Mitarbeiter zum
Erklären und Anleiten
(nicht unbedingt
erforderlich)
Kärtchen mit Zahlen
und Buchstaben,
Klebeband, Stifte,
Lösungszettel,
Lampen
H Mitarbeiter zum Erklären
und Anleiten
Zettel (z. B. braunes
Back- oder Packpapier,
das sieht altertümlich
aus), Stifte
(auf Backpapier
schreiben nicht alle!),
Hämmer, Nägel,
alte Türe

 

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