
Idee zu diesem Gottesdienst
Der beschriebene Gottesdienst wurde im Rahmen einer Jungscharfreizeit gefeiert. Inhaltlich handelt er von Gefahren in unserem Leben und dem Licht, das Jesus auf unserem Weg sein will, um uns vor diesen zu bewahren. Sicher kann man diese Aktion gerade in der dunklen Jahreszeit am frühen Abend als Jungschar-Special ins Herbstprogramm gut einbauen.
Der Start ist im Haus, der größte Teil des Gottesdienstes findet bei Dunkelheit im Freien im Verlauf eines Weges statt. Die einzelnen Stationen und Elemente sind als Beispiele gedacht und müssen natürlich an eure Umgebung angepasst werden. Damit zwischen dem ersten Teil im Haus und dem Teil im Freien kein zu großer Bruch stattfindet, sollten die Kinder schon „geländegängig“ zum Gottesdienst kommen, oder die Ausrüstung zumindest bereit liegen.
Begrüßung
Wir wollen mit euch einen ganz besonderen Gottesdienst feiern. Das Besondere daran ist die Tageszeit. Einen Gottesdienst würdet ihr wohl eher am Morgen erwarten. Besonders ist auch, dass ein Teil draußen stattfinden wird, ihr seid ja schon geländegängig angezogen. Und schließlich ist das etwas Besonderes, was wir während des Gottesdienstes erleben werden.
Was wirkt nachts am deutlichsten? – genau: ein helles Licht. Das Licht soll uns heute Abend beschäftigen. Ein Licht kann im Dunklen etwas Tolles sein. Habt ihr eine Idee, w a s am Licht so faszinierend ist (Frage an die Kinder – Antworten aufnehmen)? Bevor wir uns auf den Weg machen, erzähle ich euch eine Geschichte, die mit Licht zu tun hat:
Einmal erzählten sich die Leute folgende Geschichte: Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, wollte er einen der beiden Söhne zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt mit diesem Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache.“ Die Weisen sagten: „Das ist eine gute Aufgabe.“
Der ältere Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen. Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie aufgefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: „Ich habe die Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“
Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellt er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.
Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen. Du hast sie mit dem erfüllt, was Menschen brauchen!“ Während wir jetzt rausgehen und ein Stückchen gehen, könnt ihr euch schon mal Gedanken machen, was der alte König wohl gemeint hat mit „Was die Menschen brauchen.“ Warum brauchen wir Licht? Oder anders gefragt, was wäre, wenn wir kein Licht hätten?
Am Ausgang erhalten die Kinder eine Kerze, die aber noch nicht angezündet wird, und starten gemeinsam. Nach wenigen Minuten kommen wir zu einem Wegweiser mit der Aufschrift „Leben“.
Wem ist etwas eingefallen, wozu wir Licht brauchen, was wäre, wenn wir kein Licht hätten? (Kinder antworten – Antworten aufnehmen)
Während wir den Weg fortsetzen, singen wir den Kanon „Mache dich auf und werde Licht“ (Jungscharlieder 154,3)
Wir kommen an eine Kreuzung: Dort steht ein „Gefahr“-Schild (rotes Dreieck mit Ausrufezeichen) und eine helle Laterne.
Das Leben ist gar nicht immer so einfach. Sogar ihr Kinder habt schon erlebt, dass es Hindernisse und Gefahren auf unserem Lebensweg gibt. Deshalb ist es gut, dass Gott verspricht: „Ich lass dich nicht im Dunkeln tappen – Mein Wort ist deines Fußes Leuchte.“ Das will sagen, wenn ihr ganz dicht bei mir bleibt, erkennt ihr die Gefahren auf eurem Lebensweg. Deshalb wären wir dumm, wenn wir dieses Angebot nicht annehmen würden. Schlau ist, wer dieses Licht – Gott – benutzt. Aber es gibt genug Leute, die sagen:“ Ich brauche keinen Gott. Ich brauche dieses Licht nicht. Ich kann schon selber auf mich aufpassen – also ich mach das Licht aus, ist doch viel besser im Dunkeln.“ (Pustet sein Licht aus – die Kinder ihres auch, dann geht’s weiter.)
Auf der folgenden Wegstrecke sind unterschiedliche Gefahren eingebaut. Ein blinkendes Licht o.ä. neben der Gefahrenstelle weist darauf hin, damit wirklich nichts passiert. Hier ein paar Beispiele:
Der Weg endet an einem Teich oder Bach. Am Ufer oder auf der Brücke steht ein Kreuz mit einer hellen Laterne. Außerdem ein Schild mit der Aufschrift „Angeln verboten“.
Das war teilweise ganz schön gefährlich. Beinahe hätten wir in der Dunkelheit die Gefahren nicht erkannt. Warum? Weil wir das angebotene Licht – Jesus – nicht angenommen haben. Also: Sei schlau! Geht mit Licht – kein Weg ohne Jesus!
Wo es hell wird wird, werden aber auch andere Dinge sichtbar. Dinge, Eigenschaften, Fehler, die zu mir gehören, von denen ich aber nicht will, dass sie entdeckt werden. Vielleicht wären meine Freunde, meine Eltern ... enttäuscht oder entsetzt, wenn sie wüssten, dass ich … Jesus will auch da hinleuchten. Vielleicht fallen dir jetzt solche Dinge an dir ein, bei denen du das Licht am liebsten wieder aushaben möchtest (Licht auspusten). Nur schön im Dunkeln halten. Dabei tut es manchmal ganz schön weh, dass du diese Seite hast.
Bloß kein Licht machen, obwohl wir gesehen haben, wie wichtig dieses Licht sein kann.
Und da sagt Jesus zu dir: Lass mich das Licht anmachen. Ich will mir ansehen, was dir so zu schaffen macht. Keine Angst – ich will dich nicht blamieren, dich nicht bloßstellen, dir nicht weh tun. Ich bin Jesus, der für dich da ist. Ich will weg nehmen, was dich bedrückt und es heil machen. Aber dazu musst du mich an die empfindliche Stelle ran lassen. Sag mir, was dir weh tut. Ich helfe.
Ob wir das zusammen ausprobieren können, wie das ist, wenn wir Jesus die Sachen hinwerfen, die wir nie wieder haben möchten? Hier ist Wasser und hier sind Steine. Wer möchte, darf einen Stein aufheben, ihn fest in die Hand nehmen, ihm leise einen Namen geben. Gib ihm den Namen von dem, was dich bedrückt oder was du loslassen möchtest. Zum Beispiel „dass ich zu … immer so gemein bin.“, oder, „dass ich ab und zu mal im Edeka was mitgehen lasse, ohne zu bezahlen“ ...
Und dann, wenn ihr eurem Stein einen Namen gegeben habt, wenn ihr wisst, wie er heißt, dann werft ihn, leise oder laut mit seinem Namen ins Wasser, in die Tiefe, wo ihn niemand mehr rausholen kann.
Natürlich gehört es dann auch dazu, selbst an der Sache was zu ändern. Deshalb beten wir nachher, danken Jesus, dass er unsere Last abnehmen möchte und bitten ihn, uns dabei zu helfen, gut zu machen, was schief gelaufen ist.
Auf dem Schild steht „Angeln verboten“. Jesus verspricht uns, wenn wir bei ihm etwas abgeladen haben, ist es weg. Für immer. Angeln verboten. Der Stein bleibt in der Tiefe. (Licht wieder anmachen).
Nun haben die Kinder die Möglichkeit, einen Stein ins Wasser zu werfen, die anderen jubeln mit, bei jedem Stein, der versenkt wird.
Vergiss nicht zu danken (Jungscharlieder 14)
Ins Wasser fällt ein Stein (Menschenskinderlieder 55)
Auf dem Rückweg können wir nachdenken über das, was wir hier erlebt haben, oder mit einem Freund oder Mitarbeiter darüber reden. Ihr könnt auch einfach schweigen und das Licht anschauen.
Angebot: Wenn jemand sich Hilfe wünscht bei einer Sache, die er oder sie in Ordnung bringen möchte, oder wer einfach mal über seinen Stein reden will, oder zusammen beten: wir Mitarbeiter sind gerne dazu bereit.
Lieder, die zusätzlich eingebaut werden können
Vater, ich will dich preisen (JSL 24)
Bau nicht dein Haus auf losen Sand (JSL 78)
Der Herr denkt an uns (JSL 33.11)
Gott kennt keine Lügen (JSL 73)
Walter Hieber