
„Wir würden ja gerne in der Jungschar singen, aber ich bin selbst nicht so musikalisch…“ „Wir haben leider keinen Mitarbeiter, der Gitarre spielen kann…“ „Wir haben’s schon mal probiert, aber irgendwie kam das nicht so gut bei den Kids an…“.
Liebe Jungscharmitarbeitende,
wenn ihr euch in einem dieser Sätze wiederfindet, dann seid ihr hier genau richtig – lest weiter. Ich möchte euch allen Mut machen: singen mit Kindern macht Spaß, begeistert und ist mit ein paar Tipps wirklich zu meistern.
Lieder können eigentlich drei wichtige Funktionen erfüllen: Zunächst sind da die Begrüßungslieder. Es geht darum, den Kids zu vermitteln: schön dass du da bist; sie abzuholen, Energie abladen lassen und einfach in die Begeisterung mit hineinnehmen. Es bieten sich dazu Lieder an, die bekannt sind, evtl. mit Bewegungen. In einem zweiten Schritt sollen die Kinder spüren: auch Gott ist da, mitten unter uns. Hierzu werden Lieder gesungen, in denen Gott Komplimente gemacht werden, wo Gott für kleine Dinge gedankt und seine Einzigartigkeit gefeiert wird. Und schließlich gibt es noch Lieder, die von Gott und seiner Geschichte mit Menschen erzählen.
Das hängt ganz von den Fähigkeiten der Mitarbeitenden ab: man kann nach Noten singen, mit Gitarren- oder Klavierbegleitung. Oder einfach nur zur CD mitsingen. Oder die Playbackvarianten nutzen, die es jetzt eigentlich schon auf vielen Lieder-CDs gibt. Für die Kids ist es relativ egal, wie die Lieder erlernt werden – macht euch also keinen Kopf, wenn ihr zur CD singt. Das macht in der Jungschargruppe genauso Spaß. Neue Lieder muss man allerdings vielleicht schon abschnittsweise üben, die schwierigen Stellen besonders. Ihr werdet schon merken, nach dreimaligem Singen können die Kids den Text schon auswendig und selbst hat man noch damit zu kämpfen (so zumindest meine Erfahrung). Eine schwierige rhythmische Stelle kann man auch zur Vertiefung klatschen, damit es passt. Der Vorteil beim Singen nach Noten ist definitiv der, dass man – wenn die Tonart nicht passt – das Lied in eine andere Tonart setzen (transponieren) kann. So kann man es leicht ein oder zwei Töne tiefer singen und muss nur andere Gitarrengriffe beachten.
Die kleine Tabelle kann euch hierbei vielleicht helfen:
| Vorzeichen | Tonart | Dazugehörige Akkorde | ||||
| 1 b | F | B | C | d | g | a/A |
| 4 # | E | A | H | cis | fis | gis/Gis |
| 2 # | D | G | A | h | e | fis/Fis |
| Ohne | C | F | G | a | d | e/E |
| 2 b | B | Es | F | g | c | d/D |
| 3 # | A | D | E | fis | h | cis/Cis |
| 1 # | G | C | D | e | a | h/H |
Was noch hilfreich ist zu wissen:
KINDERGARTENKINDER lieben einfache Bewegungslieder, sie sind von Gitarrenbegleitung fasziniert. Hier sollten keine zu schwere Rhythmen vorkommen.
GRUNDSCHULKINDER sind für fetzige Bewegungslieder zu begeistern. Probiert auch mal Ergänzungslieder: mitmachen und selbst was erfinden (Beispiel: „Volltreffer“ von Daniel Kallauch – da können die Kids selbst einsetzen, was an ihnen wunderbar gemacht ist)
ZWISCHEN 9 und 11 JAHREN sind Actionlieder schon noch beliebt, aber Abwechslung ist gefragt. Wer besonders viel und gern singt, kann in diesem Alter auch schon mal an spezielle Aktionen wie z. B. die Aufführung eines Singspiels oder kleinen Musicals denken.
Bei TEENIES kommen klassische Bewegungslieder echt uncool. Von den Texten her sollte es hier schon um die Gottesbeziehung und/oder das Selbstwertgefühl gehen. Wenn dann noch eine kleine Choreographie dazukommt, wird das Gruppengefühl perfekt.
DER TONUMFANG der Kinder ist vom Alter abhängig: Bis sechs Jahre geht man von einem durchschnittlichen Tonumfang von f1 bis e2 aus , bis 10 Jahre von c1 bis f2 und bei älteren Kindern (bis zum Stimmbruch) von a bis a2. Viel Spaß beim Singen!
Daniela Schweikardt