Jungschar - Jungscharleiter

Praktische Ideen für die Jungschar

Bausteine

praktische-ideen-jungschar/images/jsl-2005-04-s24.gif„Zumba zumba, welch ein Singen. Zumba zumba, Weihnachtszeit!“ Sicher kennen viele dieses fröhliche Weihnachtslied. Es hat eine so rhythmische und lustige Melodie, dass man am liebsten mittanzen möchte. Eigentlich klingt es mehr nach Sommer, als nach Weihnachten. Das ist auch kein Wunder. Schließlich stammt dieses Lied aus Spanien, und es gibt viele Orte auf dieser Erde, wo zu Weihnachten keine Spur von Schnee zu sehen ist. Weihnachten ist es trotzdem – an allen Enden der Welt! Deshalb haben wir vom Redaktionsteam Menschen befragt, die uns Geschichten über den Heiligen Abend in anderen Ländern erzählt haben. Berichte aus Brasilien, von den Philippinen, aus Bangkok und dem bolivianischen Regenwald sollen in der Jungschar Gespräche anregen und unseren Blick über den deutschen „Tellerrand“ weiten. Aus einer der Geschichten und folgenden Themenschwerpunkten lassen sich prima Gruppenstunden zusammen stellen.

  • Wie feiert ihr selbst in eurer Familie Weihnachten?
  • „Why“nachten – welchen Inhalt hat das Fest für dich?
  • Advent – die ANDERE Zeit im Jahr (Womit verbringe ich meine Zeit? Wen will ich beschenken und womit gelingt das? Wie finde ich Ruhe und Gemütlichkeit in dieser Zeit?)
  • Weihnachten... Mach es wie Gott: Werde Mensch!!

Weihnachten kann man überall – zu Hause, in der Schule, in der Jungschar, bei der Arbeit – dazu nutzen, neu auf andere Menschen zuzugehen. Wie können wir zum Licht für andere werden? Wenn wir solche Themen mit Kindern besprechen und selbst als Mitarbeitende bereit sind, uns diesen Fragen zu stellen, dann wird es eine Wirkung haben, die über den 24.12. weit hinaus reicht. „Zumba zumba, welch ein Klingen, welche Freude weit und breit“.

Viel Spaß bei unserer weihnachtlichen Weltreise!

Beate Hofmann

Im Haus der heimatlosen Vögel – Bangkok

Die Kaufhäuser der 10-Millionenstadt Bangkok glitzern und sind mit bunten Lichtern geschmückt. Es ist der 24. Dezember, und wir machen die letzten Einkäufe für das morgige Weihnachtsfest. Es ist „Shopping Festival“. Die Geschenke sind das einzige, was man hier in Thailand über Weihnachten weiß. Nur etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung kennen denjenigen persönlich, der an Weihnachten Geburtstag hat: Jesus.

So versuchen wir seit einigen Jahren, Jesus den Kindern und Jugendlichen der Stiftung Baan Nok Kamin lieb zu machen. Baan Nok Kamin (deutsch: Das Haus der heimatlosen Vögel) arbeitet mit ehemaligen Straßenkindern und Kindern aus zerbrochenen Familien an verschiedenen Orten Thailands. Insgesamt finden in der Stiftung mehr als 120 Kinder ein neues Zuhause.
Zur Zeit wohnen wir mit sechs Jugendlichen zusammen in einer Wohngemeinschaft. Einige von ihnen irrten mehrere Jahre auf Bangkoks Straßen herum. Missbrauch, Gewalt und Drogen waren an der Tagesordung. So möchten wir ihnen in besonderer Weise Liebe entgegenbringen, die sie vorher nie erfahren haben.
Als Festessen gibt es dieses Jahr Suki. In einem Topf wird Brühe erhitzt, und alles, was sich so im Kühlschrank findet, kann man anschließend hinein tun. Natürlich haben wir den Kühlschrank vorher mit frischen Garnelen, saftigem Hühnerfleisch, pfeffrigen Fleischbällchen, gelbem Tofu und knackigem Salat ausgestattet. Wenn dann alles gut durchgekocht ist, kann man nach Belieben noch Glasnudeln oder ein Ei darübergeben. Lecker! Natürlich darf in Thailand eine scharfe Soße nicht fehlen! Jeder ist bei den Vorbereitungen eingespannt, und so werden die Vorbereitung und das anschließende Essen zu einer mehrstündigen Gemeinschaftsaktion. Da die meisten der Jungen sehr gut Gitarre spielen können, schmettern wir einige christliche Lieder, auch wenn die gar nicht viel mit Weihnachten zu tun haben. Naja... Trotzdem reden wir darüber, was Weihnachten für uns bedeutet. Es gibt eine kurze Andacht und wir danken Gott im Gebet dafür, dass Jesus in diese Welt kam, um die so sehr benötigte Botschaft von der Liebe Gottes unter den Menschen bekannt zu machen.

Selbstverständlich fehlen auch bei uns die Geschenke nicht. Jeder holt herbei, was er in den Tagen zuvor noch besorgt hat. Bei insgesamt zehn Personen im Haus ist der Geschenkestapel unter dem Weihnachtsbaum aus Plasik doch recht imposant. Sehr kreative Geschenke sind dabei, manche einfach nur mit Zeitungspapier eingewickelt. Für Geschenkpapier, welches ohnehin innerhalb kürzester Zeit im Abfalleimer landet, war das Taschengeld doch etwas zu schade... Die Kerzen haben wir inzwischen wieder ausgelöscht. Der laufende Deckenventilator hätte die Kerzen ausgeblasen. Weil es aber ohne Ventilator einfach zu heiß ist, verzichten wir lieber für den Rest des Abends auf den romantischen Kerzenschein.

Um elf Uhr fallen wir müde ins Bett. Haben wir den Jungen dieses Jahr an Weihnachten Jesus Liebe für die Menschen etwas näherbringen können? Doch, wir glauben schon, dass solche Zeiten nach Jahren von Ablehnung und Enttäuschungen für die Jungen etwas ganz Besonderes bedeuten. Möge Gott auch dieses Jahr Weihnachten gebrauchen, um zerbrochene Herzen zu heilen.

Matthias und Raphaela Holighaus mit Simon und Joel
www.baannokkamin.org

Weitere Weihnachtsgeschichten in Jungscharleiter Ausgabe 4/2005...

 

Weihnachten an allen Enden der Welt - Praktische Ideen Jungschar (Druckansicht)