Probeartikel

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Rosa und der Traum

Rosa Parks und Martin Luther King

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Vorüberlegungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Weltberühmt ist die Rede von Martin Luther King, dem farbigen Pastor aus Amerika. Er hatte damals am 28. August 1963 den Mut, diesen Traum von einem Amerika ohne Rassentrennung in wunderbaren Worten vor mehr als 250 000 Menschen in Washington auszusprechen. Er erinnert an die prophetischen Menschen, die uns im Alten Testament begegnen. Auch für uns ist es wichtig, sich immer wieder selbst zu fragen, mit welchen Träumen wir unser Leben leben.
Wo gibt uns ein Traum die Kraft zum Handeln? Wo entfacht der Glaube an Gottes neue Welt unsere Zuversicht? Kinder sind leicht zu begeistern. Wichtig ist es, als Mitarbeiterin und Mitarbeiter glaubwürdige Antworten auf ihre Fragen zu geben, und diese mit dem eigenen Handeln auch zu bestärken.

Erlebniswelt für Kinder

Dass Menschen unterschiedlicher Hautfarbe damals in Amerika so unterschiedlich behandelt wurden, ist unseren Kindern wohl eher nicht bekannt. Es ist schließlich fünfundvierzig Jahre her. Dass es auch heute unterschiedliche und sehr ungerechte Behandlung von Menschen gibt, erleben sie sicher öfters. Hier kann man Betroffenheit herstellen und deutlich machen, wie mutig Rosa Parks und viele andere damals handelten. Vielleicht ermutigt es unsere Jungscharkinder, in ihrem Umfeld für Gerechtigkeit einzutreten und Unrecht beim Namen zu nennen. Schön, wenn uns auch ein gemeinsamer Traum beflügelt.

Einstieg

Spiel: Es sind verschiedene Spielstationen aufgebaut. Daneben stehen immer Schilder, die eine bestimmte Gruppe von Kindern ausschließen bzw. für sie das Spiel erschweren. Die Kinder werden schimpfen und sich ungerecht behandelt fühlen (z. B.: Tischfußball – Spielen nur für Kinder unter acht Jahren erlaubt; Ballweitwurf – Abwurflinie für Kinder, die braune Haare haben, ist drei Meter weiter hinten; gemeinsames Essen am Tisch – Sitzen nur für Jungs erlaubt; usw.). Die Erfahrung der Kinder wird thematisiert. Wie war es für dich, erst an zweiter Stelle dranzukommen bzw. benachteiligt oder ausgeschlossen zu sein? Lied: When Israel was in Egyptsland, Jungscharlieder Nr. 54

Andachtsimpuls

Dieses Lied, das von der Flucht des Volkes Israel vor der ungerechten Behandlung in Ägypten handelt, kannte damals in der schwarzen Gemeinde in Montgomery jedes Kind. Dort ging es nämlich sehr ungerecht zu. Schwarze, also heute sagt man farbige Amerikaner, durften nicht die gleichen Schulen besuchen wie Weiße. Parkbänke, Arbeitsstellen, ganze Stadtteile waren streng getrennt nach schwarz oder weiß. Sogar die Sitze im Bus waren für Farbige verboten bzw. Sitzen war nur ganz hinten für sie erlaubt. Das machte die Menschen traurig und wütend. Eines Tages passierte folgendes: In der Mitte des Erzählkreises stehen ein Playmobil-Bus und dazu eine schwarze und weiße Spielfigur. (Notfalls eine Figur mit Edding dunkel anmalen.) Rosa Parks, eine vierzigjährige Frau, hatte den ganzen Tag hart gearbeitet. Sie war Näherin. Müde und k. o. stieg sie in den Bus ein. Doch es waren keine Plätze für Farbige mehr frei. Also nahm Rosa ihren ganzen Mut zusammen und setzte sich nach vorne. Empörte Ausrufe ertönten um sie herum. Ein Mann hüstelte vernehmlich, eine Frau zischte: „Hat die keine Augen im Kopf!“. Dann rief jemand den Busfahrer. Er wollte Rosa von ihrem Platz verscheuchen, aber Rosa hatte es satt, endgültig satt. Warum sollte es verschiedene Sitzplätze für Farbige und Weiße geben? Warum durfte sie nicht hier sitzen? War sie denn ein Mensch zweiter Klasse? Wer nahm sich denn das Recht heraus, andere so zu bewerten? Gott jedenfalls hatte doch alle Menschen gewollt, und nicht zuerst die Weißen und danach die anderen. Rosa blieb sitzen.
Schließlich musste die Polizei kommen. Sie nahm Rosa mit und brachte sie ins Gefängnis. Erst am nächsten Tag, nachdem ihr Mann eine Geldsumme bezahlt hatte, ließ man sie frei. Doch der Vorfall brachte den Stein ins Rollen. Man konnte sich doch nicht alles gefallen lassen. Obwohl die Menschen machtlos waren gegen Polizei und falsche Gesetze, wollten sie etwas tun. Nur was? Martin Luther King, der Pfarrer der schwarzen Gemeinde, machte einen Vorschlag, der die Leute überzeugte. Ab sofort wollte niemand von den farbigen Menschen in der Stadt mehr mit dem Bus fahren, solange es solche Ungerechtigkeit gab. So geschah es. Mehr als ein Jahr lang hielten die Menschen durch, und sie waren stark, indem sie zusammenhielten. 382 Tage lang gingen sie bei Wind und Wetter, Regen und Sonne zu Fuß. Schließlich hob der Oberste Gerichtshof 1956 die Rassentrennung in den Bussen auf.
Das muss ein fantastischer Tag für Rosa gewesen sein. Rosa wurde sehr alt. Sie starb erst mit 92 Jahren, und die Menschen erinnern sich noch heute an ihren Mut. Doch Martin Luther King wollte noch mehr. Er hatte einen wunderbaren Traum. Es ist der Traum von einer Welt, in der alle Menschen gleich viel wert sind, in der niemand benachteiligt wird, nur weil er eine andere Hautfarbe hat. Diesen Traum beschrieb Martin Luther King auf einer großen Demonstration vor vielen Tausenden Menschen. Gemeinsam träumten sie den Traum. Er gab ihnen Kraft, auch als Martin Luther King hinterhältig erschossen wurde. Sie hielten zusammen, sie demonstrierten und sagten ihre Meinung. Aber sie wandten keine Gewalt an. Schließlich gab es neue Gesetze in den USA. Die Amerikaner gelten seitdem vor dem Gesetz als gleichberechtigt. Klar, auch heute noch gibt es Unrecht. Das geschieht nicht nur in Amerika, sondern auch hier in der Schule, zu Hause, manchmal in der Jungschar. Wir leben noch nicht im Himmel, aber wir können wie kleine Senfkörner mit Taten, Gedanken, Worten dazu beitragen, dass Gottes Reich Kraft gewinnt. Gott ist ein Gott aller Menschen!

Gebet

Gott, wir bitten dich um gute Träume, die uns Mut geben. Lass uns zu einem Werkzeug deines Friedens werden. Gib uns Hoffnung, wo Mutlosigkeit herrscht. Schenke uns Liebe, wo Unfriede ist und Zuversicht, wo Angst überwiegt. Danke.
Amen.

Kreative Idee

Wolken aus weißem Tonkarton ausschneiden. Jedes Kind darf eine Wolke mit einem guten Traum für die Welt oder für den Ort oder die Familie, Gemeinde etc. beschriften. Die Wolken werden vorgelesen und auf blauen Karton aufgeklebt. Zum Abschluss bekommt jedes Kind eine Karte, auf der ein weißes und ein farbiges Kleinkind Arm in Arm abgebildet sind (einmal zwölf Karten RKW 25886, 7,20 Euro). Auf der Karte steht folgender Text: Du bist spitze, du bist genial, jemanden wie dich gibt es nicht nochmal. So wie du bist, hat Gott dich ausgedacht. Er hat dich wirklich wunderbar gemacht (Uwe Lal). Motiv erhältlich als Poster, Memo Block, Hafties, Tasse, CD-Card etc. bei Kawohl – alles zu bestellen über buch+musik (siehe Impressum).

Liedvorschlag

Spirituals und Gospel, z. B.:

  • When Israel was in Egyptsland, Jungscharlieder Nr. 54
  • He´s got the whole word, Jungscharlieder Nr. 76
  • Swing low, Musicbox grün Nr. 31
  • Weißt du, wo der Himmel ist, Musicbox grün Nr. 111

Beate Hofmann

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