Probeartikel

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Rotwild, Rehwild, Wildschwein...

Ein Entdeckerpfad in Wald und Flur

Zielgruppe:

Dauer:

Gruppengröße:

Spielidee:
Der Entdeckerpfad soll eine Möglichkeit bieten, den Gruppenraum zu verlassen und in neuer, ungewohnter und bestimmt interessanter Umgebung eine Jungscharstunde zu erleben. Es soll dabei weniger um ein „echtes” Spiel mit Gewinner und Verlierer gehen, sondern mehr um ein persönliches Entdecken der Welt im und am Wald. Dabei steht der bewußte Gebrauch der uns angeborenen Sinne im Vordergrund.

Vorbereitung und Durchführung:

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Durchführung dieser Spielidee, d.h.
die Kombination der einzelnen Vorschläge und der dabei entstehende
Charakter des Spiels liegt in den Händen der MitarbeiterInnen. Wir möchten
an dieser Stelle drei Vorschläge zur Realisierung der Spielidee machen
(es gibt darüber hinaus sicherlich noch einige mehr !):

  1. Die Spiel- und Entdeckungsvorschläge werden als Stationenlauf (evtl. mit Wertung) gemeinsam oder in Gruppen, bzw. Paaren durchlaufen. (Für diese Spielform eignet sich das unten vorgestellte Quiz besonders gut.)
  2. Bei einer (Nacht-) Wanderung im Wald lassen die MitarbeiterInnen einzelne Spielideen spontan einfließen, um die Kinder auf die Besonderheiten der Umgebung aufmerksam zu machen.
  3. Es wird nur ein Aspekt der dargestellten Vorschläge (z.B. „Hören”) als Thema der Stunde aufgegriffen – wobei eine Ausdehnung des Themas (Anregungen an anderer Stelle in diesem Heft) sinnvoll erscheint (z.B. „zu-Hören”, „weg- Hören”, „hin-Hören”...).

Spielvorschläge:

Die Darstellung der Spielvorschläge erfolgt nach den jeweils angesprochenen Sinnen und in bewußt offener Form. Aus diesen Vorschlägen wird die konkrete Jungscharstunde zusammen gebastelt.

Sehen

Die Kunstgalerie im Wald: Jeder Jungscharler sucht sich ein natürliches Arrangement, das er mit Ästen, Steinen, Moos... zusätzlich schmückt und als Kunstwerk darstellt. Wenn alle fertig sind, findet die Vernissage (mit Getränk und Häppchen?) durch die entdeckte Galerie statt. Fotographisches Gedächtnis: Die Jungscharler gehen paarweise zusammen, ein Kind schließt die Augen und wird vom anderen durch den Wald geführt. Wenn das führende Kind eine besonders schöne oder interessante Stelle entdeckt hat, zupft es den/die PartnerIn leicht am Ohr, damit diese/r ein inneres „Foto” von dieser Stelle machen kann. Nach einigen „Aufnahmen” muß das geführte Kind versuchen, die Stellen, an denen es die Augen aufgemacht hat wieder zu finden. Anschließend werden die Rollen getauscht. Sehen und Staunen: Die Jungscharler besichtigen einen großen Ameisenhaufen, evtl. können Lupen zum ganz genauen Hinsehen organisiert werden. Während die Jungscharler ihre Entdeckungen mitteilen, können die MitarbeiterInnen (nach vorheriger Lektüre!!) interessante Dinge über die nützlichen Ameisen erzählen.

Fühlen / Tasten

Mit den Händen: Die Jungscharler betasten mit geschlossenen Augen die Rinde eines Baumes. Zunächst werden die wahrgenommen Eindrücke ausgetauscht, dann darf geraten werden, was für ein Baum es ist. Hinweis für MitarbeiterInnen: Bäume vorher markieren und sich informieren, was es denn tatsächlich für einer ist. Die Eigenschaften der Rinden können nachgelesen werden, hier nur eine kleine Auswahl: Kiefer – sehr rauh, Rinde kann abgebröckelt werden; Fichte – nicht ganz so rauh, blättert ab; Buche – glatt; Birke – Wechsel zwischen glatt und rauh, Rinde kann abgezogen werden; Douglasie – zahlreiche Harzbeulen. Neben der Baumrinde können auch Blätter, Nadeln und Früchte von Bäumen befühlt und erkannt werden. Dazu steckt man verschiedene Arten von Blättern, Nadeln und Früchten in einen großen Karton und versucht Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Besonderheiten zu ertasten, bzw. die verschiedenen Gegenstände den richtigen Bäumen zu zuordnen, was aber einiger Hilfestellung der MitarbeiterInnen bedarf.

Mit den Füßen: Die Jungscharler gehen barfuß und mit geschlossenen Augen auf verschiedenen Unter gründe (z.B. Gras, Schotter- oder Teerweg, Schlamm, Rindenmulch, Wurzelwerk...) und werden von ihren PartnerInnen geführt. Die geführten Kinder müssen entweder die Untergründe erraten, oder aber versuchen, auf Grund der Reihenfolge der Untergründe den gegangenen Weg mit Schuhen und offenen Augen zurückzufinden. Fühlen und Darstellen: Jeder Jungscharler sucht einen interessanten Gegenstand aus dem Wald, den er in eine bereit gestellte Kiste legt. Anschließend greifen alle Kinder in die Kiste und befühlen einen Gegenstand, ohne ihn anzusehen. Dann fertigt jedes Kind von seinem befühlten Gegenstand eine Zeichnung an. Anhand dieser Bilder müssen die einzelnen Gegenstände zugeordnet werden, dabei wird angesprochen, wo die fühlbaren Besonderheiten der jeweiligen Gegenstände lag.

Hören

Rotwild und Rehwild: Diese Tiere (so, wie die meisten im Wald) hören und riechen sehr gut, während sie sehr schlecht bewegte Objekte erkennen können. Deshalb muß man sich, wenn man diese Tiere beobachten will, sehr leise bewegen können. Ein Jungscharler ist das Reh und steht mit verbundenen Augen mitten in einem sehr unebenen und undurchdringlichen Gelände (ringsherum Büsche, Äste, trockenes Holz etc.). Nun versuchen die anderen Kinder sich so nahe wie möglich an das Reh heran zu schleichen – wenn das Reh Geräusche ausmachen kann, muß es präzise die Richtung und Art des Geräusches sagen können; der schlechte Pirscher muß dann nochmals an seinen Ausgangspunkt zurückkehren. Übrigens: Wenn Rotwild überrascht und gestört wird, tut es dieses mit einem weithin hörbaren, tiefen, inbrünstigen Schrei kund !
Geräusche-Memory: Es werden zwei Gruppen gebildet. Die eine Gruppe überlegt sich ein wald-typisches Geräusch (z.B. Blätter rascheln, Vogelgezwitscher ...) und macht diese der anderen Gruppe vor. Nach dem Erraten des Geräusches muß die ratende Gruppe das Geräusch selber nachmachen können.

Riechen

Partner-Suche: Ein Schmetterling ist in der Lage, sein Weibchen am Geruch über mehrere Kilometer Entfernung zu erkennen. Wir spielen diese Partnersuche nach, indem immer zwei Jungscharler die gleiche Duftnote bekommen (z.B. mit verschiedenen Parfums, ätherischen Ölen...) und anschließend die oder denjenigen mit dem gleichen Geruch suchen müssen. Besonders schwierig wird dieses Spiel, wenn z.B. nur Frauenparfums verwendet werden, oder wenn man das Spiel mehrmals hintereinander spielt.

Duft-Memory: Die MitarbeiterInnen suchen nach natürlichen Düften des Waldes (z.B. zerriebene Tannennadeln, feuchtes Laub, Tannenzapfen...) und halten diese den Jungscharlern unter die Nase. Nachdem jede/r gerochen hat, machen sich die Kinder auf die Suche nach dem Urheber des Duftes und bringen ihn schnellstmöglich zum Riechvergleich zu den MitarbeiterInnen. Man kann dieses Speil erschweren, indem man mehrer Düfte hintereinander darbietet, oder den Kindern unterschiedliche Düfte gibt, so daß sie beim Suchen auf sich allein gestellt sind.

Wald-Quiz

Dieses Quiz eignet sich zur Einstimmung auf das Thema oder zum Abschluß der Stunde im Gruppenraum - natürlich kann man es aber auch draußen einbauen.

Waidmännische Ausdrücke:
Was nennt man
a) Löffel?
• Eckzahn des Wildschweins
• Schnabel einer Ente
• Ohren des Hasen *
b) äsen?
• einen Warnlaut von sich geben
• fressen *
• riechen
c) Spiegel?
• heller Fleck am Hinterleib des
Rehs*
• Fernglas des Försters
• heller Fleck am Kopf des Rehs
d) Mönch?
• Starkes altes Wildschwein
• männliches Rehkitz
• geweihlos bleibender Hirsch *
e) Frischling?
• Ferkel des Wildschweins *
• junger Hahn
• nicht ausgewachsenes Rebhuhn
f) Lunte?
• Eingang eines Dachsbaus
• Falle
• Schwanz des Fuches *
g) Stecher?
• Brustfleck des Kauzes
• Vorderbeine des Hirsches *
• Schnabel der Waldschnepfe
h) Balg?
• Fell des Fuchses und Hasen *
• Jungen der Gemse
• Familienverband des Rebhuns
i) Rammler?
• einjährige Gans
• Schrecklaut der Vögel
• männlicher Hase *
j) Blöken?
• Lautäußerung *
• Flüchten
• Scharren mit den Vorderhufen

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